Warum ich mich trotzdem auf Robert Lewandowski freue

Während ich diese Zeilen schreibe, befindet sich Robert Lewandowski mit seinen Unruhestiftern Beratern zum obligatorischen Medizincheck in der Praxis von Dr. Müller-Wohlfahrt. Ein absehbarer Transfer, der jedoch von dem ein oder anderen Fan kritisch betrachtet wird. Warum eigentlich?

Die Berater. Ja, nicht die feine englische Art, wie sie die Interessen ihres Klienten oftmals vertreten haben. Den Ärger der Dortmunder Verantwortlichen und Fans kann ich gut nachvollziehen. Werden wir ein ähnliches Theater bei uns erleben, etwa wenn Lewandowski auf der Bank sitzt oder sich sein Vertrag dem Ende zuneigt? Das bezweifle ich. Wir werden deutlich weniger abhängig von Lewandowski sein, als es noch der BVB war. Sollten die Berater ein ähnliches Verhalten bei uns an den Tag legen, kann man davon ausgehen, dass unsere Verantwortlichen sich im Gegensatz zum BVB nicht auf der Nase herumtanzen lassen werden. Warum sollten wir auch? Wir können es uns finanziell und auch von der Breite des Kaders her leisten, in einem solchen Fall sehr deutlich zu werden und notfalls zu reagieren. Ich kann einfach nicht sehen, warum die Inkonsequenz (die ich völlig logisch und verständlich finde) von Watzke und Co uns davon abhalten sollte, einen Spieler, der sich persönlich nichts zuschulden hat kommen lassen (außer vielleicht durch die Wahl seiner Interessenvertretungen), zu verpflichten.

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Spielbericht: Von zwei verlorenen Punkten im Breisgau

Es ist passiert, wir haben Punkte liegen gelassen. Gegen den SC Freiburg reichte es am gestrigen Abend nur zu einem ausgesprochen unbefriedigenden 1:1 nach 90 Minuten. Punktverluste in Spielen wie dem gestrigen ärgern mich besonders. Auf der anderen Seite: Ist nicht jeder Punktverlust, jede Niederlage ärgerlich?

Was war passiert?

Pep hat rotiert. Im Vergleich zum Spiel gegen Nürnberg fanden sich sieben neue Spieler in der Startelf wieder. Bei diesen Spielern handelte es sich um Pizarro, Kroos, Müller, Shaqiri, van Buyten, Rafinha und Contento. Nächsten Freitag wollen wir den Supercup gegen Chelsea (!) gewinnen – die Schonung des ein oder anderen Spielers war in Hinblick auf die Tatsache, dass wir erst Samstag gegen Nürnberg gespielt hatten, also mehr als nur nachvollziehbar. Das Spiel am Freitag wird ernst genommen und das finde ich gut. Ein internationaler Titel, den wir noch nie gewonnen haben und dann auch noch gegen Mourinhos Chelsea. Der Cup muss her! Es ist also nicht die Tatsache, das rotiert wurde, die mich am gestrigen Spiel so stört. Es ist das Ausmaß. So wurden auf der einen Seite Spieler reinrotiert, die von ihrer Qualität her sowieso gefühlte Stammspieler sind (Müller, Kroos, Shaq, …). Pep entschied sich jedoch auf den defensiv und offensiv elementar wichtigen Außenverteidigerpositionen, Contento und Rafinha das Vertrauen zu schenken. Ich habe gegen keinen der beiden etwas Persönliches, doch sei an dieser Stelle klar gesagt: Contento und Rafinha bringt man nur, wenn es um nichts geht oder wenn man keine Wahl hat! Gestern ging es in einem Bundesligaauswärtsspiel um drei Punkte! Rafinha wie so oft offensiv bemüht, mit großem Engagement, im Aufbau- und Stellungsspiel leider oftmals den Erfolg der Mannschaft gefährdend. Contento spielte wie immer: defensiv meistens okay, offensiv nicht existent. Im Vergleich zu dem, was der jüngere Alaba da offensiv (und oftmals auch defensiv) veranstaltet, wirkt Contento völlig fehl am Platz in unserem Kader. Was will ich damit sagen? Ich verstehe, dass Pep rotiert hat, befürworte es, bin aber mit dem Ausmaß, auch in Bezug auf die große Anzahl von neuen Spielern, nicht einverstanden. Rotation mit der Brechstange anstatt mit Fingerspitzengefühl.

Was war noch passiert?

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Das Für und Wider eines Thiago-Transfers

Josep Guardiola. Ein Mann klarer Worte. Klar und nicht ausweichend hat sich unser neuer Trainer bezüglich einer möglichen Verpflichtung von Thiago Alcantara vom FC Barcelona geäußert. Spanische Medien (oder nur ein Medium?) vermeldeten den Transfer gestern Nacht als perfekt. Pep bestätigte heute: Er möchte Thiago nächste Saison in unserem Kader haben. Er hat Rummenigge und Sammer darüber informiert, ja, “beauftragt” Thiago zu verpflichten. Der Wunschspieler von Pep könnte also bald zu unserem schon jetzt sehr guten Team stoßen. Den Gedanken “Wo soll der bitte spielen?” kam jedoch nicht nur mir im ersten Moment. Schaut man sich eine etwaige Verpflichtung in Ruhe an, dann spricht doch vieles für aber auch einiges gegen eine Verpflichtung. Ein paar Gedankenspiele:

  • Thiago ist ein fantastischer Spieler. Das wurde bei der vergangenen U21 Europameisterschaft wieder einmal mehr als deutlich. An seiner Qualität gibt es keinen Zweifel.
  • Pep kennt Thiago. Er weiß, was er an ihm hat. Wenn Thiago wirklich kommt, dann wird Pep auf ihn setzen. Eine negative Konsequenz (Bank) für einen (oder sogar mehrere?) jetzigen Stammspieler ist aus meiner Sicht dann sehr wahrscheinlich, ein Platz auf der Bank für Thiago eher nicht. Da kann es dann auch Spieler treffen, an denen man sehr “hängt”, denen man dankbar ist (letzte Saison) oder die man einfach, aufgrund ihres Typs oder ihrer Art Fußball zu spielen, mag. Das wird hart werden.

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Mario Gomez – ein folgerichtiger Wechsel

Es ist passiert. Mario Gomez wechselt vom FC Bayern München zum AC Florenz. Lange schon hatte es sich angedeutet, jetzt wurde Vollzug gemeldet. Einen großen Klub in England hätte ich ihm gewünscht, die Gerüchte waren da, ernsthaftes Interesse wohl leider nicht. Wir kassieren offenbar eine stattliche und angemessene merkwürdig niedrige Ablöse, die automatisch die Frage aufwirft, was da neben sportlichen Aspekten vorgefallen sein könnte. Da Gerüchte, wie etwa um einen etwaigen Wortbruch gegenüber dem Vorstand (Stichwort: Ausrüstervertrag), weiterhin nichts sind als Gerüchte, widme ich mich im Folgenden nur den sportlichen Gründen.

Mario Gomez ist “von Natur aus” ein Stammspieler. Er ist sogar dann Stammspieler, wenn er nicht in der Stammelf steht. Genau da lag das Problem und macht diesen Wechsel so logisch, so unvermeidbar. Dabei spielt es keine große Rolle, dass Mario Gomez sich während der Zeit als Reservist vorzüglich verhalten hat (oder unterschlage ich Unmutsäußerungen in der Presse?). Noch so eine Saison ist für einen Spieler mit seinen Ansprüchen nicht hinnehmbar. Sein Anspruch ist ein anderer, die Aussicht auf eine (erneute) Verbesserung seiner Situation war nicht besonders gut. So viel zu seiner Perspektive.

Jetzt zu meiner. Mario Gomez genügte offensichtlich nicht mehr den Ansprüchen der Verantwortlichen an einen Stürmer. Sollte das der Grund für die Trennung sein, dann schließe ich mich dem an: Er genügt auch meinen Ansprüchen nicht mehr.

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Video – Arjen Robben in Wembley 2013

22.05.2012. Ein Tag der Schande. Bayern München spielte in einem Entschädigungs-Freundschaftsspiel gegen die Nationalmannschaft der Niederlande. Eine der bittersten Saisons der Vereinsgeschichte lag zu diesem Zeitpunkt hinter uns. Arjen Robben scheiterte sowohl gegen den BVB und auch in der Verlängerung im Finale gegen den Chelsea FC vom Elfmeterpunkt. Die Folge: Pfiffe von den eigenen Fans. Ein Vorgang, der mir noch heute die Zornesröte ins Gesicht treibt. Ich schäme mich für diese Fans Menschen, diese kleinen Menschen (nein, es geht nicht um die Körpergröße).

25.05.2013. Der lang ersehnte Triumph. Auch noch gegen Dortmund. Die Mutter aller Siege. Gefeierter Held des Abends, Siegtorschütze: Arjen Robben. Ich hätte es keinem, wirklich keinem so sehr gönnen können, wie ich es an diesem Abend ihm gegönnt habe.

Das nachfolgende Video steht für sich.

Bald legt er los – was kann man von Pep erwarten?

Ja, wir haben ihn. Habemus Pep. Erst Triple-Sieger und nun wird Pep Guardiola nächste Saison bei uns auf der Trainerbank sitzen. Einher mit seiner Vorstellung am 24. Juni in der Allianz Arena und dem Trainingsauftakt am 26. geht die Frage, was man denn von unserem neuen Coach erwarten darf, ja vielleicht sogar erwarten muss? Ein paar Überlegungen:

Die Euphorie

Ich erwarte Euphorie, ja, es wird euphorisch werden. Und diese Euphorie wird man an Pep, ohne dass er etwas dazu beiträgt, festmachen können. Es handelt sich also weniger um eine Erwartung an ihn, als um eine, hervorgerufen durch seine bloße Präsenz. Noch bevor der erste Punkt geholt, das erste Spiel gewonnen, der erste Titel in Reichweite ist.

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